1.) Wie wird das Eigenkapital in der Bilanz rechnerisch ermittelt?
Das Eigenkapital ist der Differenzbetrag der Aktivseite und der Passivseite, folglich der Unterschied zwischen dem Vermögen (einschließlich aktiver Rechnungsabgrenzugsposten) und den Verbindlichkeiten (einschließlich passiver Rechnungsabgrenzungsposten).

-> Eigenkapital = Vermögen – Verbindlichkeiten

2.) Was drückt das Eigenkapital eines Unternehmens gegenüber dem Eigentümer bzw. den Gesellschaftern aus?
Das Eigenkapital drückt aus, wie hoch der Anspruch des Einzelunternehmers am Unternehmen ist. Bei Gesellschaftern sagt das Eigenkapital aus, wie hoch der Anteil der Gesellschafter / Aktionäre am Unternehmen ist.

3.) Was versteht man unter Aktivkapital und Passivkapital?
Ist die Aktivseite betragsmäßig größer als die Passivseite – also wenn das Eigenkapital auf der Passivseite der Bilanz steht – redet man von Aktivkapital.
Im Gegenzug ist Passivkapital der Begriff für die betragsmäßig größere Passivseite gegenüber der Aktivseite.

4.) Wie wird der Geschäftserfolg bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften über das Eigenkapitalkonto ermittelt?
Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften errechnet sich dre Geschäftserfolg nach folgendem Schema:

Eigenkapital am Schluss des Geschäftsjahres
– Eigenkapital am Anfang des Geschäftsjahres
+ Privatentnahmen
– Privateinlagen
= Geschäftserfolg

5.) Wie verändern Privatentnahmen das Eigenkapital bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften?
Entnehmen Einzelunternehmer oder (Personen-)Gesellschafter dem Unternhemen Vermögensgegenstände oder Leistungen für private Zwecke (= Privatentnahmen), so verringern diese Privatentnahmen das Eigenkapital.

6.) Was wird unter „gezeichnetem Kapital“ verstanden?
Unter gezeichnetem Kapital ist nach § 272 Abs. 1 HGB das Haftungskapital der Gesellschafter zu verstehen, mit dem Sie für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haften.

7.) Worin unterscheiden sich Kapitalrücklagen und Gewinnrücklagen?
Unter Kapitalrücklagen (auch offene Rücklagen) sind offene, von außen zugeführte Einzahlungen durch Gesellschafter oder Aktionäre zu verstehen, die über den Betrag des gezeichneten Kapitals hinausgehen. Kapitalrücklagen werden von den Gesellschaftern zugeführt und NICHT durch die Geschäfte der Gesellschaft erwirtschaftet.

In den Gewinnrücklagen sind (und dürfen!!!) nur solche Mittel ausgewiesen, die im Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr aus dem Geschäftsergebnis gebildet wurden gemäß § 272 Abs. 3 HGB. Gewinnrücklagen (= Teile des Gewinnes) wurden folglich im Unternehmen erwirtschaftet und kommen von innen. Ihre Zuführung zur Gewinnrücklage ist demnach Gewinnverwendung.

8.) Was wird unter „Gewinnvortrag“ verstanden?
Gewinnvortrag: Der Teil des Jahresüberschusses, der nicht den Rücklagen zugeführt und auch nicht anderweitig verwendet wurde – z.B. Als Gewinnausschüttung an die Gesellschafter bzw. Dividende an die Aktionäre. Der Gewinnvortrag wird auf nächste Rechnungslegungsperiode vorgetragen. Er bezieht sich immer auf den Gewinn des Vorjahres. Ein Gewinnvotrag erhöht das Eigenkapital der Gesellschaft.

9.) Was sagen die Begriffe „Jahresüberschuss“ und „Jahresfehlbetrag“ aus?
Das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ergebnis (= Geschäftsergebnis des Geschäftsjahres), wird als Jahresüberschuss (Gewinn) oder als Jahresfehlbetrag (Verlust) bezeichnet.

Die beiden Begriffe sieht § 275 Abs. 2 und 3 HGB nur in Verbindung mit Kapitalgesellschaften vor. Bei Einzelunternhemen und Personengesellschaften werden üblicherweise die Begriffe „Reingewinn“ und „Reinverlust“ verwendet. Im Ausnahmefall, d.h. falls Einzelunternehmen und Personengesellschaften ihren Jahresabschluss nach dem gesetzlichen Schema gliedern, finden die Bezeichnungen laut HGB (Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag) ebenfalls Anwendung.

10.) Unter welchen Voraussetzungen sind Sonderposten mit Rücklageanteil zu bilden?
Sonderposten mit Rücklagenteil sind Passivposten, die ausschließlich zum Zweck der Steuern von Einkommen und Ertrag gebildet werden dürfen. Sie werden auf der Passivseite vor den Rückstellungen ausgewießen. Nach § 273 Satz 2 HGB sind die Gründe, nach denen Sonderposten mit Rücklagenteil gebildet wurden, in der Bilanz oder dem Anhang anzugeben.

Ziel von Sonderposten mit Rücklagenteil ist es, Abweichungen zwischen Steuerbilanz und Handelsbilanz auszugleichen.

11.) Worin unterscheiden sich Rückstellungen von Verbindlichkeiten?
Rückstellungen dienen der richtigen zeitgerechten Gewinnermittlung.
Verbindlichkeiten sind die Verpflichtungen des Kaufmannes gegenüber einem Dritten. Verbindlichkeiten sind in Höhe der Verpflichtungen am Bilanzstichtag zu passivieren.

12.) Welches Ziel wird mit der Bildung von Rückstellungen verfolgt?
Rückstellungen dienen der richtigen und zeitgerechten Gewinnermittlung nach dem Vorsichtsprinzip. Ziel ist es, später zu leistende Ausgaben durch Buchung als Aufwand und Einstellung eines entsprechenden Passivpostens in der Bilanz vollständig und periodengerecht zu erfassen. Demnach sind Rückstellungen Bilanzposten der Passivseite, deren endgültige Höhe und/oder Fälligkeit nach noch ungewisse Ausgaben erfassen sollen. Und as bilanz- und erfolgsmäßig.

13.) Unterwelchen Voraussetzungen ist ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten in der Bilanz auszuweisen?
Beim Jahresabschluss muss dafür gesorgt werden, dass die Erfolgswirkung in die Periode überführt wird, in die sie verursachungsgemäß gehört.
Bei einem passiven Rechnungsabgrenzungsposten gilt, das der bereits im alten Jahr gebuchte Erfolg (Einnahme) einen Ertrag für die kommende Geschäftsperiode darstellt. Demnach gilt: Einnahme jetzt, Ertrag später.