1. Welche Aufgaben hat das Rechnungswesen?

Das Rechnungswesen ist für das Controlling eine bedeutende Informationsquelle. Die Aufgabe des Rechnungswesens ist es, die betriebswirtschaftlich wichtigen Informationen über angefallene und /oder geplante Geschäftsfälle systematisch zu erfassen, zu dokumentieren und auszuwerten. Dabei unterscheidet man – je nach Gesichtspunkt der Informationsempfänger – INTERNES und EXTERNES Rechnungswesen.

2. Welche Informationen liefert Ihnen das EXterne Rechnungswesen?

Informationsempfänger des externen Rechnungswesens (Financial Accounting) sind z.B. der Fiskus, Verbände, Gläubiger etc. An Sie werden in erster Linie die Aufwands- und Ertragsrechnung (diese mündet in die GuV / Gewinn- und Verlustrechnung) und die Vermögens- und Kapitalrechnung (mündet in die Bilanzrechnung) adressiert

3. Welche Informationen liefert Ihnen das INterne Rechnungswesen?

Das Interne Rechnungswesen (Management Accounting) liefert die Informationen, die zur Planung, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens notwendig sind. Das interne Rechnungswesen wendet sich daher in erster Linie an das Management des Unternehmens. Hauptsächlich umfasst das interne Rechnungswesen die interne Kosten-, Erlös- und Erfolgsrechnung. Dazu gehören wiederum die Kostenarten-, Kostenstellen-, und Kostenträgerrechnung in den verschiedenen Formen der Ist-, Normal- und Plankostenrechnung. Hauptsächlich geht es dabei um Wirtschaftlichkeits- und Erfolgskontrolle sowie um eine fundierte Preiskalkulation.

Internes und externes Rechnungswesen bilden in Verbindung mit einem abgeleiteten Kennzahlensystem somit die Basis für das Controlling. Da beim internen Rechnungswesen keinerlei rechtliche Vorschriften von außen hineinwirken, bietet es sehr große Variationsmöglichkeiten für ein, an die individuellen Unternehmensbedürfnisse, angepasstes Controlling.

4. Aus welchen Teilen besteht der Jahresabschluss?

Die Bestandteile des Jahresabschlusses hängen davon ab, ob es sich um eine Kapitalgesellschaft handelt oder eben nicht.

§261 Abs. 1 HGB sieht vor, dass der Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft aus Bilanz, GuV-Rechnung und Anhang bestehen muss.

5. Was besagt der Klarheitsgrundsatz?

Der Klarheitsgrundsatz besagt, dass ein Jahresabschluss übersichtlich und verständlich aufgebaut sein muss. Das bedeutet, dass die einzelnen Posten ihrer Artnach eindeutig bezeichnet und geordnet werden müssen. Ebenso muss die bilanz so tief gegliedert sein, dass die unterschiedlichen Bilanzierungsgegenstände nach Art und Herkunft getrennt ausgewiesen werden. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Posten nach Aufwandsarten und Ertragsarten sachgerecht zu gliedern. Periodenfremde, außerordentliche und Erfolgsbestandteile gemäß dem Unternehmenszweck, sind zu trennen.

6. Was besagt der Vollständigkeitsgrundsatz?

Dem Vollständigkeitsgrundsatz nach, sind Vermögen (alle Aktiva) und Schulden (alle Passiva), sowie alle Aufwendungen, Erträge und Rechnungsabgrenzungsposten mengenmäßig im Jahresabschluss zu erfassen. Daraus ergibt sich dir Pflicht, auch bereits voll abgeschriebene, aber noch vorhandene Anlagegegenstände mit einem Erinnerungswert (mindestens!) auszuweisen. Alle Konten der Buchführung, die einen Saldo aufweisen, müssen in den Jahresabschluss übernommen werden. Soll- und Habenseite der einzelnen Konten dürfen aber nur dann saldiert werden, wenn dies zum klaren Ausweis erforderlich ist.

Basislektüre für diesen Beitrag: Das Controlling 1×1: Unternehmenserfolg steuern mit Kennzahlen. Tipps zu Basel II. Checklisten und Fallbeispiele